
GehDenken - Studienfahrt Krakau/Auschwitz 2026
Nach dem Besuch unserer Krakauer Partnerschule an der ESK im März war es nun endlich soweit: 16 Schüler:innen der Jahrgänge 10 und EF traten Mitte Juni den lang ersehnten Gegenbesuch Richtung Polen an. Trotz eines SEHR frühen Treffpunktes gegen 4 Uhr morgens am Flughafen Düsseldorf traf sich die Gruppe in bester Laune und erfreulicherweise überpünktlich.
Der Charakter der Studienfahrt mit dem Credo „GehDenken“ ist ein durchaus besonderer: so steht zum einen die Begegnung mit gleichaltrigen Jugendlichen aus dem Nachbarland im Fokus. Auf der anderen Seite ist es das Ziel, die Schüler:innen bei einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Holocaust an Originalschauplätzen der unfassbaren NS-Verbrechen in Polen zu begleiten.
Die Gruppe besuchte an zwei Vormittagen ihre Krakauer Partnerschule, das 13. Allgemeinbildende Gymnasium „Helden der Westerplatte“. Nach einer gemeinsamen Stadtrallye und einer Runde Bowling zur Begrüßung wurde nach einigen sehr lustigen Teambuilding-Spielen auch ernsthaft gearbeitet: in einem deutsch-polnischen Mini-Parlament mit drei Parteien musste über drei jugendrelevante Themen diskutiert, koaliert und abgestimmt werden. Nebenbei wurden noch Parteilogos und -slogans entwickelt. Die Arbeitpausen wurden mit spontanen Fußballfreundschaftsspielen auf dem Sportplatz der Schule überbrückt. Den Abschluss bildeten ein gemeinsames Mittagessen mit dem berühmten Krakauer Snack „Zapiekanka“ und eine herrliche Flussfahrt auf der Weichsel unterhalb der Wawel-Burg. Die Begegung mit der Partnerschule fand in einer sehr herzlichen und interessierten Atmosphäre statt, nicht selten traf man sich noch „privat“ nach Beendigung des Tagesprogramms.
Im zweiten Schwerpunkt der Studienfahrt wurden Gedenkorte der NS-Verbrechen in Krakau und Umgebung besucht. Dieser Teil wurde im Nachgang der Vortreffen in der Schule in täglichen Reflexions- und Arbeitsphasen mit der Gruppe vor Ort intensiv vor- und nachbereitet.
Zunächst gab es eine Führung durch das jüdische Krakuer Viertel Kazimierz, wo bis zum Überfall der Wehrmacht im September 1939 über 50.000 Juden lebten. Den Holocaust überlebte so gut wie niemand aus der jüdischen Gemeinde, heute geht man von nur noch knapp 1.000 jüdischen Bürgern in Krakau aus. Auch konnten zwei Synagogen besucht werden, von denen eine heute sogar noch aktiv ist und von uns kurz nach Ende eines Gottesdienstes betreten wurde – ein beeindruckendes Erlebnis. Natürlich wurde auch die ehemalige Fabrik von Oskar Schindler besucht, heute ein Museum über den deutschen Überfall auf Polen 1939 und seine verheerenden Auswirkungen für die jüdische und polnische Bevölkerung. Dieser Tag endete auf dem Hauptplatz des ehemaligen Krakauer Ghettos, in das zwischen 1941 und 1943 knapp 20.000 Juden von der SS verschleppt wurden, um sie von dort in Vernichtungslager zu deportieren.
Der letzte und schwerste Abschnitt der Reise führte die Gruppe in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz/Birkenau. Die Führungen durch die heutige Gedenkstätte sind von einer brutalen Sachlichkeit geprägt: es werden ausschließlich belegte Fakten der noch immer andauernden wissenschaftlichen Untersuchung dieses Schreckensortes präsentiert – alles Andere bleibt unaussprechlich. In den Ausstellungen in den Originalgebäuden erfuhr die Gruppe vieles über die unmenschlischen Zustände, über die Maschinerie des Massenmordes an über einer Millionen Menschen, aber auch über konkrete Einzelschicksale und das tägliche „Leben“ in der Hölle. Die Reflexion nach der Rückkehr mit dem Zug nach Krakau war entsprechend intensiv und emotional.
Zum Abschluss bleibt vor allem die Anerkennung für die Schüler:innen der ESK, die sich mit dem nötigen Ernst, großer Offenheit und echtem Interesse auf diese Studienfahrt eingelassen haben. Dass die Reise nachhaltig Eindruck hinterlassen hat, brachte eine Schülerin bei der Abschlussreflexion treffend auf den Punkt: „Ich nehme nicht nur Erinnerungen mit nach Hause, sondern auch eine andere Sicht auf Geschichte und auf mich selbst.“
A. Grau & N. Olivari
























































