Deeper Learning im Fach Naturwissenschaften:Kunststoffe – Fluch oder Segen?
Wie können wir die Vorteile von Kunststoffen nutzen und gleichzeitig die Umwelt schützen? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schüler:innen im Rahmen eines Deeper-Learning-Projekts im naturwissenschaftlichen Unterricht. Über mehrere Wochen arbeiteten die Lernenden selbstständig, forschend und kreativ an einer der größten Herausforderungen unserer Zeit: dem verantwortungsvollen Umgang mit Kunststoffen.
Lernen an einer echten Herausforderung
Der Einstieg in das Projekt erfolgte über die Analyse von Bildern und Berichten zur weltweiten Plastikverschmutzung. Schnell wurde deutlich, dass Kunststoffe unseren Alltag zwar erleichtern, gleichzeitig aber erhebliche ökologische Probleme verursachen.
Ausgehend von dieser Problemlage entwickelten die Schüler:innen eigene Forschungsfragen:
Warum sind Kunststoffe so erfolgreich?
Wie entsteht Kunststoff überhaupt?
Welche Rolle spielt Erdöl als Rohstoff?
Welche Möglichkeiten des Recyclings gibt es?
Können Biokunststoffe eine Alternative sein?
Wie lässt sich Plastikmüll reduzieren?
Die Lernenden übernahmen Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess und planten ihre Arbeit weitgehend selbstständig.
Naturwissenschaftliche Grundlagen verstehen
Um die Forschungsfragen beantworten zu können, erarbeiteten sich die Schüler:innen zunächst die fachlichen Grundlagen. Dabei standen folgende Themen im Mittelpunkt:
Entstehung und Förderung von Erdöl
Erdöldestillation und Raffination
Aufbau von Kunststoffen
Monomere und Polymere
Polymerisation am Beispiel von Ethen
Eigenschaften verschiedener Kunststoffe
Kunststoffarten und ihre Verwendung
Recyclingverfahren
Nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen
Experimente, Modelle und digitale Lernangebote unterstützten den Erkenntnisprozess und machten naturwissenschaftliche Zusammenhänge anschaulich.
Teamarbeit und eigenverantwortliches Lernen
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die Zusammenarbeit in Teams. Die Schüler:innen recherchierten eigenständig, werteten Informationen aus und dokumentierten ihre Ergebnisse in Lerntagebüchern oder digitalen Portfolios.
Dabei entwickelten sie wichtige Zukunftskompetenzen:
kritisches Denken
Problemlösefähigkeit
Kommunikation
Teamfähigkeit
Kreativität
Selbstorganisation
Besonders deutlich wurde, wie wichtig die Fähigkeit ist, wissenschaftliche Informationen zu bewerten und daraus eigene Schlussfolgerungen abzuleiten.
Kreative und vielfältige Ergebnisse
Zum Abschluss des Projekts präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse in unterschiedlichen Formaten:
Fachvorträge
Informationsplakate
Podcasts
Erklärvideos
digitale Präsentationen
Infografiken
Handlungsempfehlungen für einen nachhaltigeren Umgang mit Kunststoffen
Die Präsentationen zeigten eindrucksvoll, dass die Schüler:innen nicht nur naturwissenschaftliche Inhalte verstanden haben, sondern diese auch auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen anwenden können.
Stimmen aus dem Projekt
„Mir war vorher nicht klar, wie viele Kunststoffe aus Erdöl hergestellt werden.“
„Ich habe gelernt, dass Recycling viel komplizierter ist, als ich gedacht habe.“
„Besonders spannend fand ich, dass wir selbst entscheiden konnten, woran wir arbeiten.“
„Wir haben nicht nur etwas über Chemie gelernt, sondern auch darüber, wie wir unsere Umwelt schützen können.“
Fazit
Das Deeper-Learning-Projekt „Kunststoffe – Fluch oder Segen?“ zeigt beispielhaft, wie modernes Lernen gelingen kann. Fachliches Wissen wird mit gesellschaftlicher Verantwortung verknüpft. Die Schüler:innen arbeiten eigenständig an realen Herausforderungen und entwickeln Kompetenzen, die weit über den Fachunterricht hinausgehen.
Die hohe Motivation, die Qualität der Ergebnisse und die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema machen deutlich, dass Deeper Learning einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und zur Förderung von Zukunftskompetenzen leistet.
U. Hippe / P. Wolthaus




