Europaschule Köln











Wir sind ...
Schulprogramm
UNTERRICHT
Inklusion
Schulabschlüsse
Schulvertrag
Hausordnung
Presse

Hochwasser in Köln - Geographieunterricht vor Ort

Am Dienstag, den 9.1.18, begab sich der Geographie Kurs EF von Frau Dr. Thomae in der 5. und 6. Stunde auf einem Unterrichtsgang zum südlichem Hochwasserbereich des Rheins in Rodenkirchen.

Das Hochwasser war bis auf unglaubliche 8,80 Meter angestiegen. Der untere Rheinweg war nicht mehr zu sehen, sowie auch der Steg und der Spielplatz am Rhein. Man konnte nur noch den oberen Teil der Rutsche erkennen, der Rest war überflutet. Alle Bäume standen zur Hälfe im Wasser, was schon sehr beeindruckend war. Die Schiffslokale am Rhein (Rhein Roxy, Alte Liebe usw.) waren auf der gleichen Höhe wie der Fußweg.

Ab 8,30 Meter dürfen keine Schiffe mehr auf dem Rhein fahren und ab 9,30 Meter tritt das Hochwasser über die Hochwasserschutzmauer. So weit ist es Gott sei Dank nicht gekommen, aber trotzdem sind viele Keller der angrenzenden Rheinhäuser der Rodenkirchener Einwohner überflutet, da auch der Grundwasserspiegel angestiegen war. Dazu gibt es noch die teuren Aluminiumschutzmauern, die sogar bewacht werden, da Aluminium ein beliebter Rohstoff ist und die Mauern beschädigt oder gar gestohlen werden könnten.

Insgesamt war es ein gelungender Unterrichtsgang, der sogar bei den niedrigen Temperaturen bewegende Eindrücke bei allen Schülerinnen und Schülern hinterließ.

Marie Knorr, EF


 

Transnationale Lebensräume in Köln

 

Der Leistungskurs Geographie (Jg. 12) widmete sich auf einer Exkursion durch Köln-Mühlheim der Frage nach den Lebensräumen von Migranten und deren Rolle im wirtschaftlichen und sozialen Leben Kölns.

Nachdem sich in den 70er Jahren das Selbstverständnis und die Motive des Aufenthaltes von Migranten in Deutschland verändert haben, bildeten sich ethnische Lebenswelten heraus – sogenannte transnationale Räume. Hierzu zählt in Köln u.a. Mühlheim mit der Keupstraße, die auch im Volksmund „Klein-Istanbul“ genannt wird. Dieser transnationale Raum wurde in seiner Besonderheit von den Schüler/-innen näher untersucht, wobei sie klassische geographische Arbeitsmethoden, wie z.B. Kartierungen anwendeten, um das spezielle Angebotssortiment in dem Viertel zu erfassen. Neben einer hohen Dichte an Restaurants, Teestuben, Konditoreien, Juwelieren, Hochzeitsläden, Reisebüros fielen insbesondere Dienstleistungsangebote auf, die sich an türkischstämmige Migranten richten, wie z.B. ein türkischer Musikladen oder eine Druckerei, die sich auf türkische Hochzeitskarten spezialisiert hat. In Interviews mit Ladenbesitzern und Passanten konnten die Schüler/-innen feststellen, dass gerade dieser Stadtraum für viele türkischstämmige Migranten als ein Stück „Heimat“ empfunden wird. Als neuen Prozess beobachteten die Schüler/-innen die Sukzession von bulgarischstämmigen Migranten in das Viertel.

Die Keupstraße, die einst ein bevorzugtes Arbeiterwohngebiet für die angrenzenden Industriebetriebe in Mühlheim darstellte und als ein beliebtes Wohngebiet für Migranten gilt, erlebt somit einen erneuten Wandel. Wie sich das Viertel im Nebeneinander eines modernen Dienstleistungsstandorts mit Theater, Fernsehproduktionsanstalten und Start-Ups im Schanzenviertel und der Keupstraße mit seinem speziellen Angebot für türkischstämmige Migranten entwickeln wird, wird sicherlich eine interessante Frage für die Zukunft sein.

Die Schüler/-innen haben auf jeden Fall den Stadtraum Mühlheim als konstruktives Element transnationaler städtischer Kulturlandschaften und nicht als einen Segregationsort erlebt, wie man bei einer abschließenden gemeinsamen Diskussionsrunde mit Testung der örtlichen Restaurants im geselligen Kreise feststellen konnte.

Kai Gruner


 

Wenn der Unterricht erst um 22:00 Uhr beginnt...

Zu einem ungewöhnlichen Unterrichtsgang zu ungewöhnlicher Zeit traf sich Dienstagnacht der Erdkunde LK des Jg. 13 am Köln/Bonner Flughafen.

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Globale Wirtschaftsbeziehungen“ nahmen die Schüler_innen an einer Werksbesichtigung im UPS Air Hub teil. Der Air Hub stellt die europäische Drehscheibe im weltweiten UPS Paketdienst dar und verbindet die Märkte in Europa mit denen in Asien und Amerika. In der knapp dreistündigen, nächtlichen „rush hour“ (23:00 bis 02:30 Uhr) können in dem Sortierzentrum stündlich 190.000 Pakete sortiert werden, die dann insbesondere an Destinationen innerhalb Europas, aber auch den USA und Asien weitergeleitet werden. Hierfür stehen jede Nacht 37 Flugzeuge zur Verfügung. Weitere 300 Transporter verteilen die Pakete an Ziele, die sich im Umkreis von 500 km vom Flughafen befinden.

Nach einer ausgiebigen Sicherheitskontrolle und einer Unternehmenspräsentation über UPS besichtigten die Schüler_innen die Paketsortierung und lernten die einzelnen Arbeitsschritte von der Anlieferung, Sortierung, Zollkontrolle, Weiterleitung der Pakete bis zur erneuten Beladung der Flugzeuge kennen. Trotz des  hohen Grades an Automatisierung mit 50 km langen Laufbändern beschäftigt UPS 2700 Mitarbeiter am Standort Köln.

Mit den zuständigen Mitarbeitern diskutierten die Schüler_innen u.a. Fragen nach den Kriterien der Standortwahl von UPS in Köln (Zentrale Lage, fehlendes Nachtflugverbot, Klimagunst etc.), der wirtschaftlichen Bedeutung von Verkehrs- und Kommunikationsnetzen in der globalen Wirtschaft, einer verbesserten, schlanken Produktion und den negativen energetischen und ökologischen Folgen, die durch die Zunahme des Logistikverkehrs im Kölner Raum entstehen.
  
Zum Abschluss der beeindruckenden Exkursion durften die Schüler_innen die Be- und Endladung der Flugzeuge mit den Containern auf dem Rollfeld hautnah erleben. Um 1:00 Uhr war dann der „ungewöhnliche“ Unterricht vorbei.

Kai Gruner  


 

Methodenexkursion des GK 11 Erdkunde rund um Zollstock

Am Montag, den 22.Juni 2015 trotzten die 28 Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Geographie im Jahrgang 11 von Frau Frank und Frau Lorenz dem schlechten Wetter und führten tapfer eine Methodenexkursion rund um die Europaschule Köln durch.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Mental Maps Unterschiede in ihrer Raumwahrnehmung von Köln und der Schulumgebung kreativ erarbeitet hatten, starteten sie mit einer Kartierungsaufgabe ins Quartier rund um den Marienhof. Dort wurde insbesondere der Kontrast zwischen moderner und alter Bebauung sowie die verschiedene Raumnutzung zwischen Wohnsiedlung und Gewerbegebieten herausgearbeitet.

Trotz des ungemütlichen Wetters konnten die Schülerinnen und Schüler den Hauptteil der Exkursion kaum erwarten: In den vorangegangenen Unterrichtsstunden hatten Sie zu Themen des 11. Schuljahres Fragebögen entwickelt, mit denen Sie heute der lokalen Bevölkerung in Zollstock ihre Einstellungen und Gewohnheiten in den Bereichen Energieversorgung und Tourismus entlocken wollten.

Während manche Gruppen sich weiterhin auf die Umgebung der Schule konzentrierten und dort Passanten befragten, flüchteten sich andere in die Trockenheit der Zollstock-Arcaden. Alle Gruppen waren sehr erfolgreich und haben in etwas über einer Stunde bis zu 28 Personen befragt. Auch die Lehrerinnen blieben nicht verschont und mussten offenlegen, wie zufrieden Sie mit ihrem eigenen Energieverhalten waren und ob ihre Fenster eigentlich einfach- oder dreifach verglast waren.

Zurück in der Schule wurden die Daten professionell in einem Workshop mit Hilfe des Computers ausgewertet und Plakate erstellt. Dabei erklärten sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur gegenseitig die Diagrammformatierung mit LibreOffice, sondern einige Schüler entwickelten sogar Formeln, um die Auswertung zu erleichtern. Die Ergebnisse waren durchweg interessant:

• Während alle Befragten das Thema erneuerbare Energien für sehr wichtig hielten und 70% eine Versorgung mit erneuerbaren Energien anstreben, nutzen tatsächlich nur 35% der befragten Zollstocker Bürgerinnen und Bürger regenerative Energiequellen.

• Im Gegensatz dazu ergab sich in einer anderen Befragung, dass die meisten Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Energieverhalten zufrieden sind.

• Zollstocker Frauen zeigten sich im Gegensatz zu Männern als deutlich interessierter am nachhaltigen Tourismus.

• Als besonders umweltbewusst stellte sich die Altersgruppe von 31 – 60 Jahren heraus.

Am Ende wurde die Exkursion noch von den Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit den Lehrerinnen evaluiert. Alle kamen zu dem Schluss, dass der Tag zwar anstrengend gewesen war, aber die Exkursion ein gelungener Abschluss des Geographieunterrichts im 11. Schuljahr darstellte.


 

Fordismus und Postfordismus


Mit der Fließbandproduktion hat das Unternehmen Ford im 20 Jahrhundert die Automobilproduktion revolutioniert. Doch wie sieht die Automobilproduktion im 21. Jahrhundert aus?
Auf diese Spurensuche begab sich der Erdkundegrundkurs des 13 Jahrgangs und nahm an einer Werksbesichtigung bei Ford teil.  
Vom Stanzen neuer Blechteile für die Rohkarosserie, der sogenannten „Hochzeit“ (Vereinigung von Motor mit der Karosserie, die 20 Sekunden dauert) bis hin zur individuellen Ausstattung und Auslieferung des fertigen Autos, durchliefen die Schüler alle Stationen, die bei der Produktion des neuen Ford Fiesta anfallen. Insbesondere der hohe Automatisierungsgrad (95 %!)  und die Prinzipien einer „Lean Production“ fielen den Schülern ins Auge. Konzepte wie z.B. Just-in-time-Lieferung, Gruppenarbeit mit flachen Hierarchien, Verringerung der Fertigungstiefe zeugen davon, dass Ford mittlerweile nach den postfordistischen Grundsätzen produziert.
Aufgrund dieser modernen Fertigungsanlagen und flexiblen Produktionsbedingungen, besitzen die  Fordwerke, die bereits 80 Jahre in Köln ansässig sind, noch eine Standortgarantie bis Ende 2016.  Gegenwärtig ist Ford mit 18000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Köln und produziert täglich 1800 Autos in drei Schichten.
Obwohl der Fiesta von Köln aus auch nach Asien und Südamerika exportiert wird, zwingen gegenwärtige Absatzschwierigkeiten auf den südeuropäischen Märkten, Ford dazu, die Produktion zu drosseln. Ob der Standort Köln langfristig erhalten bleibt und wird auch eine Frage sein, ob Ford bei sinkenden Absatzmärkten erneut neue Produktionsprinzipien entwickeln kann, die die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.      

Mehr Informationen über die Produktion bei Ford können Sie hier abrufen:

http://www.auto-motor-und-sport.de/news/ford-fiesta-produktion-in-13-stunden-zum-kleinwagen-3702928.html


Kai Gruner