Europaschule Köln









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UNSER SCHULHUND LU

Elternbrief: "Ein Schulhund - warum?"

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

mittlerweile hat es sich in der Schule herumgesprochen: Ein Schulhund kommt an die Europaschule Köln. Lu (so ihr Name) ist ein Labrador Retriever Weibchen und sechs Monate alt. Halter ist Herr Schweibert.

Lu beendet gerade ihre Ausbildung zum Schulhund/Therapiebegleithund. Auf folgende charakterliche und erzieherische Voraussetzungen zur „Hundgestützten Pädagogik“ ist Lu bereits geprüft worden: Lu besitzt einen sehr guten Grundgehorsam und eine sehr gute Sozialisierung. Sie hat ein ruhiges, ausgeglichenes und verträgliches Wesen. Lu hat keine aggressive Ausstrahlung und ist absolut verträglich mit anderen Tieren. Sie ist nicht bellfreudig und geräuschunempfindlich gegen Schullärm. Außerdem erträgt Lu  einen hohen Stresspegel, ohne aggressiv zu werden.

In der Wissenschaft hat man sich in den letzten Jahren eingehend und mit erstaunlichen Ergebnissen mit dem Einsatz von Tieren in Lern- und Krankheitssituationen beschäftigt („Hundgestützte Pädagogik“). Auf die Frage, was unter einer Hundgestützten Pädagogik zu verstehen ist und was ein Schulhund im alltäglichen Schulleben leisten kann, möchte ich Ihnen im Folgenden einige Hintergrundinformationen geben:

Emotionale und soziale Intelligenz

Lernen mit Tieren fördert die emotionale und soziale Intelligenz der SchülerInnen und steigert somit die verbalen und mathematischen Fähigkeiten. Lernen ist immer von Emotionen begleitet. In einer angenehmen Lernumgebung lernt es sich einfach besser und einfacher. Die Anwesenheit eines Tieres im Klassenraum gestaltet die Lernumgebung positiv, es entsteht eine lockere freundliche Atmosphäre und körperliche und verbale Aggressionen gehen deutlich zurück. Es finden Lernprozesse statt, die sich durch klassische kognitive Lerntheorien nur begrenzt erklären lassen.

Motivation und Kommunikation

Die meisten Schüler freuen sich, wenn sie morgens in die Schule kommen und von einem netten Hund erwartet werden. Dies ist besonders der Fall, wenn aus privaten Gründen kein eigenes Haustier gehalten werden kann oder soll. So erleben Kinder am Vormittag „ihren Schulhund“ als konstanten Teil ihrer Schulzeit, fast wie ein eigenes Tier. Über den Hund ergeben sich viele neue Kommunikationssituationen unter den Schülern und auch zwischen Schülern und Lehrern. Besonders schüchterne oder ruhige Kinder finden schnell einen Zugang zum Schulhund, da der Hund instinktiv auf die (Körper-) Sprache der Kinder reagiert: Wenn sie klare Gesten einsetzen und ruhig sprechen, lässt sich der Hund gerne von den Kindern streicheln oder bürsten. Im Gegenzug gefallen ihm lautstarke Auseinandersetzungen unter Kindern oder ein hoher Geräuschpegel im Klassenraum nicht und er verlässt den Raum.

Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein


Ein Hund spiegelt seinem Gegenüber sehr schnell das eigene Verhalten wieder. Möchte ich dem Hund einen Befehl geben (Sitz, Bleib, Komm), muss ich mich auf das Tier einlassen und mich konzentrieren. Ich muss seine Reaktion beobachten, mich selbst korrigieren und belohnen. Den Schülern machen solche Übungen Spaß, sie schulen neben Mimik und Gestik auch die Beobachtungsfähigkeit sowie einige Grundfertigkeiten wie Konzentration, Einfühlungsvermögen oder das Sprechen. Das Selbstbewusstsein steigt bei den Schülern, wenn der Hund einen Befehl von ihnen ausführt, oder sie kleine Tätigkeiten für und mit ihm erfolgreich ausüben: für Wasser sorgen, einmal bürsten, „Leckerlisuche“ auf Befehl, auf Wanderungen die Leine übernehmen etc. Dem Hund sind Aussehen, Schulnoten, Akzeptanz in der Klasse/Gruppe oder Religionszugehörigkeit gleichgültig. Er hat keine Erwartungshaltung an die Schüler und so entsteht kein Erwartungsdruck oder Stress. Erwiesen ist, dass durch die Berührung eines warmen Fells Trauer, Aggressionen und Stress abgebaut werden und ein Entspannungszustand eintritt

Ethisches Verhalten und Rücksichtnahme

Kinder lernen durch die Anwesenheit eines Hundes, dass jedes Lebewesen ein Recht darauf hat, freundlich behandelt zu werden. Der Umgang mit einem lebendigen Tier fördert die Rücksichtnahme und macht den Kindern bewusst, dass Tiere mitleidende Wesen sind, die respektiert werden wollen, wodurch u.a. eine Sensibilisierung für das Thema Tierschutz erreicht wird.

Umgang mit Hunden

Zuletzt führt der Umgang mit einem freundlichen, großen Hund dazu, dass sich die Kinder Wissen über den richtigen Umgang mit diesen Tieren aneignen und sie auch in ihrer Freizeit auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen können.

Für weitergehende Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.

Lu wird mich an zwei Wochentagen in der Schule begleiten. Sie geht mit in den Unterricht und ist auch im Beratungsbüro (Raum 118) anzutreffen. Sie begleitet mich in diesem Schuljahr in den Klassen 7.5, 5.5. und im WPI NW Kurs des 9. Jahrgangs. Lu und ich treten in der Schule immer als Team auf.

Viele Grüße,

Daniel Schweibert & Lu

Köln, im Januar 2010

P.S. Interessantes ist außerdem nachzulesen im Schulhundweb (www.schulhundweb.de) oder in der entsprechenden Fachliteratur. Ein empfehlenswertes Buch ist z.B. „Menschen brauchen Tiere. Grundlagen und Praxis der tiergestützten Pädagogik“ von Prof. Dr. Erhardt Olbrich und Dr. Carola Otterstedt (Hrsg.), Kosmos Verlag, 2003

 

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