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Matthias Platzeck, die ESK und der Frieden

 „Gute Beziehungen zu den USA sind unverzichtbar - Russland ist jedoch unverrückbar“. In dem Sinne Egon Bahrs, fand am 28. Februar im VHS Forum die Veranstaltung „Russland und Deutschland – Kooperation oder neuer Kalter Krieg?“ statt. Die Veranstaltung, die von diversen Friedensgruppen in Köln organisiert wurde, hatte hierzu u.a. Matthias Platzeck vom Deutsch-Russischen Forum eingeladen, der einen Impulsvortrag zu diesem Thema hielt.

Eröffnet wurde der Abend jedoch von den Schüler/-innen der Europaschule, die zuvor am Wolgogradaustausch (siehe Berichte unten) teilgenommen hatten und den Gästen im Forum über ihre Erwartungen vor dem Austausch, ihre Erlebnisse und Erfahrungen während der beiden Austauschwochen und ihr verändertes Russlandbild berichteten. Dabei wurde festgestellt, dass die Schüler/-innen durchgehend herzliche Begegnungen und positive Erfahrungen machen durften und sich innige Freundschaften gebildet hatten.

Im anschließenden Vortrag von Matthias Platzeck betonte dieser mehrmals die Bedeutung und Notwendigkeit von Austauschmaßnahmen für das gemeinsame Verständnis und einen friedlichen Umgang miteinander und lobte die Europaschüler für ihr Engagement und die grundlegende Bereitschaft, sich zu verstehen. Der Wille sich in andere hineinzuversetzen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, wurde dabei als Voraussetzung für ein solches Verständnis benannt.

Nach dem Vortrag stellten sich Matthias Platzeck und der russische Generalkonsul den kritischen Fragen der ca. 400 Zuschauer. Abschließend wurde im Sinne Egon Bahrs festgestellt, wie wichtig gute deutsch-russische Beziehungen für das gemeinsame Wohlergehen in Europa sind. Der Abend wurde mit der Hoffnung beendet, dass auch zukünftig der direkte Austausch zwischen Deutschland und Russland, so wie es die Europaschüler praktiziert haben, lebendig bleibt und weiter wächst.

Kai Gruner


 

Leben am Fluss: Vater Rhein – Mutter Wolga

 

Bei diesem Austauschprojekt sollte interkulturell das Leben am Fluss in Köln und Wolgograd verglichen werden. Beide Städte sind durch Lage und Größe vergleichbar und in beiden Städten spielen die Flusslandschaften Vater Rhein und Mutter Wolga eine wesentliche Rolle für das eigene Selbstverständnis. In diesem Sinne beschäftigten sich die 10 Kölner Schüler/-innen der EF/Q1 und die 10 Wolgograder Schüler vergleichend mit politisch-historischen, wirtschaftlichen, ökologischen und kulturellen Aspekten der beiden Flusslandschaften.

Die politisch-historische Dimension des Rheins erlebten die Schüler/-innen bei Stadtexkursionen durch Köln und Bonn. Eine Exkursion durch den Rheinauhafen zeigte den Schüler/-innen die wirtschaftliche Bedeutung des Rheins und den Strukturwandel der Hafenindustrien. Ein Ausflug zum Drachenfels und eine Rheinfahrt brachte ihnen die touristische Dimension des „Romantischen Rheins“ näher. Die Beschäftigung mit Hochwasser und die Entnahme von Wasserproben führte den Schüler/-innen die ökologischen Aspekte der Flusslandschaften vor Augen. Die kulturelle Bedeutung erschlossen sie in Rheingedichten und bei der Betrachtung von Kunstwerken des Rheins. Hier lernten sie den Fluss als bildschöpfend kennen und hielten zugleich ihre Sichtweise auf Photographien fest. Nach einem inspirierenden Besuch des Kolumbamuseums entwarfen die Schüler/-innen ausgehend von den Flussläufen Rhein und Wolga im gemeinsamen Kunstunterricht u.a. eigene Bilder.
Während ihres Aufenthaltes in Wolgograd wurde eine unterschiedliche Erinnerungskultur in Deutschland und Russland bemerkt. Dies wurde zum Anlass genommen, dass die Schüler/-innen gemeinsam das EL-De Haus und den Theaterabend „Das Kind und der Krieg“, bei der jeweils ein ukrainisches, russisches und deutsches Theater ihre Sichtweise präsentierten, besuchten und anschließend ihre Erlebnisse untereinander diskutierten.

Das Leben von Jugendlichen in der Stadt am Fluss, erlebten die Schüler/-innen u.a. beim gemeinsamen Besuch im „Jump House“, beim Eintauchen in den Kölner Vorkarneval und bei der Abschlussfeier auf dem Rockkonzert der russischen Band „Viktor“ in der Essigfabrik.
Nach einer intensiven und interessanten Woche war der Abschied tränenreich.

Die Eindrücke des Austauschs haben die deutschen und russischen Schüler/-innen auf ihrem Blog Opens external link in new windowhttp://vaterrheinmutterwolga.de festgehalten.

Die Begegnung wurde von der Stiftung „Deutsch-Russischer Jugendaustausch“ gefördert.

Kai Gruner


 

Wolgograd heute – Stalingrad gestern

Fanal, Wendepunkt und Untergang – aus deutscher Sicht verbindet man diese Begriffe mit der Millionenstadt an der Wolga. Keine andere Stadt symbolisiert Leid, Grauen und die Sinnlosigkeit des Krieges zugleich. In keiner anderen Stadt zeigen sich noch heute die Wunden des Zweiten Weltkriegs in der Stadt und bei ihren Bewohnern. Keine andere Stadt verweist durch ihren Blick zurück, auf die Bürde deutsch-russischer Vergangenheit und auf die Notwendigkeit, dass zukünftige Generationen ein friedvolles Europa bauen.

75 Jahre nach der Schlacht von Stalingrad sind zehn Schüler/-innen aus der EF/Q1 im September für zehn Tage nach Wolgograd gefahren und begaben sich auf die Spuren von Stalingrad und Wolgograd.

Heute ist Wolgograd eine lebendige Millionenstadt an den Ufern der Wolga, das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum im Süden Russlands und mit 80 km eine der längsten Städte der Welt. Neben Literatur-, Kunst- und Musikunterricht am Gymnasium Nr. 5, dem spannenden Alltag in den Gastfamilien, Freizeit mit Wolgafahrt und Schaschlik an den Ufern der Wolga, unzähligen herzlichen Begegnungen mit Jugendlichen, stand insbesondere die Memoralisierung der Schlacht um Stalingrad – das Gestern - im Zentrum des Programms.
Bei Besuchen des Museumsdorfes Sarepta, des Panoramamuseums, welches sich der Schlacht um Stalingrad widmet und des im Zweiten Weltkrieg hart umkämpften „Mamajev Kurgan“ Hügels, zeigte sich eine unterschiedliche Erinnerungs- und Gedenkkultur bei den deutschen und russischen Jugendlichen. Durch Zuhören, Nachfragen und Hinterfragen wurden verschiedene Formen des Gedenkens klar, welche die Schüler/-innen in gemeinsamen dt.-russ. Interviews und Filmaufnahmen dokumentiert und reflektiert haben.

Zum Abschluss der Reise erlebten die Schüler/-innen noch die großen sozialen und wirtschaftlichen Disparitäten, die kulturelle Vielfältigkeit und die Weite Russlands. Mit dem Zug ist die Gruppe 18 Stunden lang aus der Steppe in die pulsierende Metropole Moskau gefahren und haben dort neben den Sehenswürdigkeiten Moskaus (Roter Platz, Christ-Erlöser Kathedrale, Metro, GUM, Arbat) auch das Leben in der hektischen Weltstadt kennengelernt.

Nach einer eindrucksvollen und bewegenden Reise warten die Kölner Schüler/-innen nun auf den Gegenbesuch aus Wolgograd, der pünktlich zum 11.11. zu uns nach Köln kommen wird.

Kai Gruner

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